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    Pressespiegel LuSD
 
LuSD im Spiegel der regionalen Presse

Frust statt "LuSD" an vielen Schulen
Eigentlich müsste es eine Lust sein mit der neuen »LuSD«. An vielen heimischen Schulen reimt sich die Abkürzung für die »Lehrer- und Schülerdatenbank« aber eher auf Frust. Wer mit der neuen Software befasst ist, weiß von zahlreichen Problemen zu berichten. Das erfuhr die AZ bei einer kleinen Umfrage an Gießener Schulen. Markantestes Beispiel für die Schwierigkeiten mit »LuSD« war die Erstellung der Halbjahreszeugnisse, die an einer Reihe von Schulen entweder gar nicht oder nur fehlerhaft klappte. Statt Noten erschienen mitunter nur kryptische Zeichen auf den Ausdrucken. Das Kultusministerium räumte auf Anfrage ein, dass der »technische Quantensprung vom Diskettenweitwurf zum Online-Verfahren« noch nicht ganz ausgereift ist. In Kooperation mit einem großen Wiesbadener IT-Unternehmen werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die aufgetretenen Software-Probleme zu beheben, versprach Ministeriumssprecher Christian Boergen. Grundlage der neuen »Lehrer- und Schülerdatenbank« sei das Prinzip einer Zentralen Datenhaltung bei der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung, berichtete Jochem Leifeld vom Staatlichen Schulamt.
Im Gegensatz zur alten Datenhaltung würden Verwaltungs- und Zeugnisdaten sowie Informationen über Kurs- und Klassenzusammensetzungen zentral erfasst, sagte der Schulamtsdirektor.
»Die Schulen sind verpflichtet, Schülerdaten auf dem neuesten Stand zu halten«, nannte Leifeld die Datenpflege als entscheidendes Kriterium.
Zwar seien gewisse Schwierigkeiten aufgetreten, eigentlich sei die neue Software aber wesentlich einfacher zu handhaben als das alte Datenbanksystem.
»Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.02.2007

Landesabitur wird für Schulen "außergewöhnliche Belastung"
Lehrer- und Schülerdatenbank ein permanentes Ärgernis - "Handhabung sehr umständlich"
GIESSEN (tt). Das hessische Kultusministerium spricht von einer "Erfolgsgeschichte". Für Gießens Schulen, die mit den Vorbereitungen auf das am 16. März beginnende einheitliche Landesabitur befasst sind, ist die Lehrer- und Schülerdatenbank - kurz LUSD - bislang jedoch eher ein Ärgernis. Während die Übermittlung der Aufgaben die Schulen offenbar vor keine nennenswerten Probleme stellt, stößt die vom Ministerium vorgeschriebene Benutzung der Statistik-Software, mit dem alle für die Prüfungen zugelassenen Schüler erfasst werden sollen, bei vielen Pädagogen auf Unverständnis. "Das System gibt keine ordentliche Zulassung zum Abitur aus", sagt Heribert Ohlig, Leiter der Ostschule.
Die Umstellung der Rechner auf die zentrale Schülerdatenverwaltung bedeute für die Schulen eine "außergewöhnliche Belastung". Auch viele Schüler, die zum ersten Mal das Landesabitur schreiben, seien inzwischen verunsichert. Kaum Schwierigkeiten gebe es dagegen mit der Aufgabenstellung. "Bisher hat es zwei Probeläufe gegeben. Und das hat schon ganz gut geklappt." Von "massiven Schwierigkeiten" mit dem LUSD-Programm spricht auch die Leiterin der Liebigschule, Dr. Heidrun Sarges. "In der Handhabung ist das System sehr umständlich." So benötigten einzelne Schritte eine viel zu lange Anlaufzeit.
Ebenfalls gar nicht gut ist Richard Breidert auf die Software zu sprechen. "Wir können keine Abiturzulassung vornehmen", klagt der Leiter der Ricarda-Huch-Schule. Jetzt müssten die Formulare mit der Hand eingegeben werden. Dies führe zu einer enormen Mehrbelastung der Kollegen. "Das Kultusministerium hat ohne Not ein funktionierendes Programm gegen ein unausgereiftes ausgetauscht. Das ist ein klarer Rückschritt." Außerdem habe Wiesbaden seine Zusagen nicht erfüllt.
"Man muss ganz klar festhalten, dass das Ministerium seine Hausaufgaben nicht gemacht hat."
Etwas moderater äußert sich der Leiter der Herderschule, Dieter Gath.
Während es mit der Aufgabenstellung und der Vorbereitung der Schüler auf die Prüfungen keine Komplikationen gebe, "ist das LUSD-Programm eine Zumutung". Auch an seiner Schule seien die Kollegen dazu übergegangen, die Daten von Hand einzutragen. Die Schüler würden dadurch zunächst vorläufig zu den Abiprüfungen zugelassen. "Da müssen sich die Verantwortlichen in Wiesbaden in jedem Fall etwas überlegen", so Gath.
Noch keine Bekanntschaft hat dagegen Karl-Heinz Bremer mit dem neuen System gemacht. "Den Berufsschulen hat das Land eine Frist bis April eingeräumt", ist der Leiter der Aliceschule nicht unglücklich über den Aufschub. Bis dahin werden die Daten per Hand eingetragen. Die Übermittlung der Aufgaben funktioniere nach drei Probeläufen bereits "ganz gut". Grundsätzlich gehe die Einführung des Landesabiturs mit einer Entlastung für die Kollegen einher, die über Weihnachten sonst Prüfungsvorschläge hätten erarbeiten müssen.
Christian Boergen, Sprecher des Kultusministeriums, räumt Probleme beim Umgang mit der LUSD-Software ein. "Das ist uns bekannt. Wir arbeiten daran." In seinem Hause werde bereits an einer Information für die Schulen gearbeitet.
Mit der Einführung der Statistik-Software soll es dem Kultusministerium in Wiesbaden ermöglicht werden, auf Knopfdruck Daten über Schülerzahlen, Unterrichtsplanung und Lehrereinsatz zu erhalten.
Die für Schulen wichtige Funktionen wie Notenerfassung, Zeugnisdruck oder Abiturprüfungen sind mitprogrammiert worden.
»Gießener Anzeiger vom 17.02.2007